Esoterik

Esoterik (von altgriechisch ἐσωτερικός) ist in der antiken Bedeutung die Lehre oder Wissenschaft des Geheimen oder zunächst Verborgenen (Gegensatz: Exoterik = öffentlichem Wissen). Der Name leitet sich aus dem griechischen "esôterikós" (dt. innerlich) ab. Sie ist heutzutage ein Sammelbegriff für weltanschauliche Strömungen, welche die spirituelle Entwicklung des Individuums betonen und die Elemente der Spiritualität, der Astrologie, des Okkultismus, Parapsychologie etc. mit einbeziehen.

Pythagoras


Pythagoras (ca. 570-500 v. Chr.) gründete die pythagoräische Bruderschaft, als erste historisch erfassbare Erscheinung der europäischen Esoterik. Er behauptete, dass die Seele des Menschen nach dem Tod weiter bestehe und sich in einem anderen Körper wieder inkarniere (Reinkarnation). Bedeutende Philosophen wie Platon und Empedokles übernahmen die Reinkarnitionslehre von Pythagoras und modifizierten sie.

Kabbala
Im christlichen Kulturraum des Mittelalters gerieten sie in Europa in Vergessenheit, während sie im islamischen Raum aufgegriffen wurde. Im 12. Jahrhundert entstand im Süden Frankreichs die mystische Geheimlehre der jüdischen Kabbala. In der Renaissance erlebte die Esoterik dank der Erfindung des Buchdrucks einen Aufschwung.

Franz Anton Mesmer


Ende des 18. Jhdts. wurde Franz Anton Mesmer (1734-1815) mit seiner Theorie des "animalischen Magnetismus" berühmt. Es entstanden neue Praktiken, zumeist weibliche Personen wurden in einen "magnetischen Schlaf" versetzt und dann über die übersinnliche Welt befragt. Eine Abwandlung dieser Praktik ist der Spiritismus. Einen "Medium" wurden Fragen gestellt, welche sich an die Geister von Verstorbenen wandten. Die Geister wurden aufgefordert zu antworten, indem sie den Tisch, an dem die Sitzung stattfand, in Bewegung zu versetzen.

Henry Steel Olcott


1875 wird als Geburtsjahr der modernen westlichen Esoterik angesehen. Der Anwalt Henry Steel Olcott (1832-1907) gründete in New York die "Theosophischen Gesellschaft", kurz TG. Gegen Ende des 19. Jhdts. entstanden eine ganze Reihe neuer Gemeinschaften und magischer Orden, meist in freimaurerischer und rosenkreuzerischer Tradition.

Jane Roberts


Im 20. Jahrhundert war die Astrologie bekannteste Entwicklung der Esoterik. Der Begriff "Channelling" wurde in den 1970er Jahren geprägt. Bekannt wurden die Prophezeiungen von Edgar Cayce (1877-1945), Jane Roberts (1929-1984) oder von der bekannten Schauspielerin Shirley MacLaine.


 

 

Schon seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. bekämpft die Katholische Kirche vieles, was heute als "esoterisch" bezeichnet wird. Die Evangelische Kirche sagt: "Esoterik wird von den Kirchen abgelehnt, weil man damit okkulte Praktiken, Spiritismus, UFO-Glaube u. a. m. verbindet." Ebenso wird die Esoterik aus naturwissenschaftlicher und atheistischer Sicht als rückschrittlich und Irrtum kritisiert.